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11. May 2017 80

Bericht vom Kilometrieren - Tag 3

Mir tut es echt leid, dass ich am Vortag die Automatentankstelle verweigert habe, denn die erste Etappe des Tages führt tief ins wilde Umbrien. Die Straße ist eine einzige Katastrophe. Es sind nicht die Schlaglöcher die stören, es ist der spärliche Asphalt dazwischen. Besserung ist nicht in Sicht und das können wir den Teilnehmern nicht zumuten – Rerouting! Ich gestehe, meine Prioritäten konzentrieren sich im zunehmenden Maße auf das Auffinden einer Zapfsäule, aber auf die SP Bocca Trabaria will ich keinesfalls verzichten. Wir finden eine Tankstelle und eine Route und was für eine – viel spektakulärer als die geplante und mit akzeptablen Fahrbahnbelag.

Doch das hat Zeit gekostet - schon wieder. Der heutige Tag sollte eigentlich lässig zu bewältigen sein und jetzt hinke ich wieder hinter dem Zeitplan nach. Der Stress spiegelt sich auch in der Kommunikation wieder, das gegenseitige Verständnis sinkt. Das sieht dann so aus: T-Kreuzung mit Stopp-Tafel. Ich steh und warte geduldig bis die beste Ehefrau von allen ihre Aufzeichnungen abschließt. Ein LKW mit endloser Kolonne dahinter nähert sich gemächlich von rechts. „Evi, bist du fertig?“ – „Gleich“. Der Bleistift wird in aller Ruhe weggepackt, die Nase geputzt. „Jetzt geht’s“. Nein, jetzt geht’s nicht mehr. Ich muss ewig warten bis der Querverkehr passiert hat und mich dann hinten einreihen. Evi sieht das naturgemäß anders. Sie meint, ich würde eigentlich nirgends stehen bleiben und sie müsse zwischen den Kreuzungen ihre Skizzen machen während ich sie durch die Kurven wirble.

Bei Google habe ich einen Schleichweg um das nächste Kaff herum gefunden. Wie sich herausstellt wird aus dieser guten Idee nach kaum einen Kilometer ein Feldweg. Die anrainenden Bauern grüßen freundlich, freundlich winken wir zurück – verdammt! Also durch die ganze Serie kreisverkehrter Dörfern.

San Marino knotzt unglaublich spektakulär auf dem Felsen, aber den Start zur SP wird man wohl ohne fotografische Hilfe nur schwer finden. Was täten wir nur ohne Digitalkameras.

Die Kreuzung zum Etappenende ist echt komplex angelegt. Sämtliche Straßen des Ortes kulminieren in diesem einen Punkt. Hier verlieren wir die Teilnehmer ganz sicher, also neuer Weg. Der führt gottseidank bei einem Ristretto vorbei, was die Stimmung im Cockpit deutlich  hebt. Durch das rege Interesse an unserem Oldtimer fühlen wir uns gebauchpinselt und so kann man die anstehende SP Rubicon wieder recht entspannt angehen.

Für die letzten Kilometer nach Bologna muss dann leider die Autostrada herhalten. Doch eine Kakophonie an LKW-verseuchten Kreisverkehren wäre nicht zumutbar.

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